Claus Breitenberger, kein Unbekannter in der Ostalb (Baden- Württemberg)

Hey Claus, schön das wir heute zusammen gefunden haben.

1. Wie bist du eigentlich zum Fußball gekommen, hast du selbst mal gespielt?

Zum Fußball gekommen bin ich durch meine Schulzeit, in der wir uns schon um 7 Uhr vor der Schule immer auf dem Gummi-Bolzplatz vor dem Parler-Gymnasium in Gmünd (dort habe ich mein Abi gemacht) zum Kicken  getroffen haben. Leider war ich als Fußballer zwar durchaus ehrgeizig, aber auch ziemlich erfolglos, so dass es zur damaligen Zeit keinen Sinn gemacht hätte, in einem Verein mein Glück zu versuchen. Deshalb habe ich eben zunächst die Jugendspiele  meiner Bekannten besucht und bin so nach und nach zum Aktiven-Fußball gekommen.

2. Als ich einige Zeit in der Ostalb (Heidenheim, Aalen, Ulm und Umgebung) war, konnte ich dich auch kennenlernen. Auffällig war das Jeder deinen Namen kennt. Wie kam es dazu?

Mit der Zeit habe ich dann immer mehr Bekannte kennen gelernt, die dann auch mal den Verein gewechselt haben. Und so habe ich dann auch immer wieder neue Vereine besucht und weitere Bekanntschaften geschlossen. Zunächst auf der Ostalb und hier auch im Raum Aalen und Heidenheim. Später dann auch aber in anderen Gegenden von Württemberg. Das setzt sich auch heute noch fort und viele von den damaligen Spielern sind nun auch als Trainer tätig.

3. Wie hat sich deiner Meinung nach der Fußball entwickelt und wie denkst du wird er sich in naher Zukunft ändern?

Der Fußball in den unteren Ligen ist deutlich athletischer geworden und die Laufleistung der Spieler ist auch in den Kreisligen und Bezirksligen gestiegen. Leider hat aber das Zuschauerinteresse am Amateurfußball ziemlich nachgelassen, wobei es bei uns auf der Ostalb noch einigermaßen okay ist, was den Zuschauerzuspruch betrifft. Und leider ist die Kameradschaft bei vielen Vereinen nicht mehr so wie früher. Heutzutage erlebt man oft, dass Spieler und Zuschauer gleich nach dem Spiel den Heimweg antreten. Das gab es zu meiner Anfangszeit im Fußball eher selten. Da hat man nach dem Spiel noch das eine oder andere gemeinsame Getränk zu sich genommen und dabei über das Spiel diskutiert, bevor es nach Hause ging. Das vermisse ich mitunter schon, wobei es auch da große regionale Unterschiede gibt und die Ostalb eher noch zu den Regionen gehört, in denen man nach dem Spiel noch zusammensitzt.

4. In Baden-Württemberg gibt es oft Vereine, die sich zusammenschließen müssen um überhaupt Mannschaften für den Spielbetrieb aufzustellen, ist dem noch so?

Ja, das sind die Zeichen der Zeit, wobei es Regionen gibt, in denen Spielgemeinschaften im Aktiven-Bereich schon deutlich weiter verbreitet sind als in Baden-Württemberg, wo Spielgemeinschaften(noch)überwiegend im Jugendbereich gebildet werden, um dem Nachwuchsmangel Rechnung zu tragen. Aber die Zeit wird kommen, in der Fußball in ländlichen Gegenden auch bei den Aktiven fast nur im Rahmen von Spielgemeinschaften oder Vereinsfusionen möglich sein wird. Dies lässt sich aus meiner Sicht nicht vermeiden, wobei ich das nun nicht als allzu großes Problem sehe, wenn die Vereine, die an den Spielgemeinschaften beteiligt sind, vernünftig kooperieren.

5. Welche Rolle spielt das Geld für Spieler in Baden-Württemberg im Amateur-Bereich? Hier im Norden, gibt es sogar in den unteren Ligen Geld für Spieler und das nicht wenig, wie denkst du darüber, wie weit führt das noch?

Das mit dem Geld in unteren Klassen ist in Baden-Württemberg (und vermutlich auch in ganz Deutschland) regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Auch auf der Ostalb gibt es immer mal wieder Vereine, die Spieler bereits in der Kreis- oder Bezirksliga mit Geld locken. Allerdings bringt das, wenn überhaupt, oft  auch nur kurzfristig den Erfolg und wenn der Sponsor dann nicht mehr zahlt, sind auch die Spieler, die Geld bekommen haben, wieder weg. Und möglicherweise hat man dann auch die einheimischen Spieler verloren, weil denen auswärtige Spieler, die Geld verdient haben, vor die Nase gesetzt wurden. Dann stehen die Vereine am Ende schlechter da als wenn sie von Anfang an darauf verzichtet hätten, Spielern Geld zu geben. Ich denke aber, dass es auch in Zukunft immer wieder Vereine geben wird, die mit dem Einsatz von Geld versuchen werden, sportlich erfolgreich zu sein. Und letztlich liegt es an den Spielern, ob sie diese Angebote annehmen oder lieber bei einem Verein spielen, bei dem der Zusammenhalt mehr im Vordergrund steht. Wobei es natürlich auch Vereine gibt, bei denen sowohl Geld als auch  Kameradschaft geboten wird.

6. Wie sieht ein Fußballwochenende für dich aus, ist dieser eher spontan oder Woche für Woche geplant?

Es ist eine Mischung von beidem. Es gibt bei mir Spiele, deren Besuch für mich normalerweise unabdingbar ist wie z.B. die Ostalb-Derbies in der Verbandsliga zwischen Normannia Gmünd und dem TSV Essingen bzw. der TSG Hofherrnweiler/Unterrombach. Und oft ist es auch so, dass ich verschiedenen Vereinen schon lange versprochen habe, sie mal zu besuchen, so dass ich dann auch bemüht bin, diesen Wünschen nachzukommen, was aber terminlich oft schwierig ist. In der Rückrunde gibts bei mir dann  tendenziell eher spontane Entscheidungen zu Beginn der jeweiligen Woche, da ich sehr darauf achte, in erster Linie Spiele zu besuchen, die auch sportlich von Bedeutung für den Auf- bzw. Abstieg sind.  Und da ergeben sich oft  kurzfristig veränderte Tabellenkonstellationen, denen ich meistens Rechnung trage.

7.Welchen Verein im Süden stehst du am nahesten?

Ich arbeite seit langem am Stadionblatt des Verbandsligisten Normannia Gmünd mit, für das ich die Vorstellung der jeweiligen Gegner verfasse. Da das Normannia-Stadion auch nicht weit von meiner Wohnung entfernt ist, besteht da natürlich schon eine besondere Verbundenheit. Ebenso natürlich auch zu meinen ursprünglichen Heimatvereinen TSB Gmünd und TSV Großdeinbach. Doch ansonsten habe ich zu vielen Amateurvereinen auf der Ostalb und auch in anderen württembergischen Gegenden einen Bezug, ohne jetzt sagen zu können, einen Verein zu haben, mit dem ich nun ganz  besonders verbunden bin. Oft hängt das auch von den Spielern ab, die beim jeweiligen Verein spielen bzw. davon, wer bei den Vereinen aktuell als Trainer tätig ist.

8. Gibt es noch eine Leidenschaft ,die dich neben dem Fussball begleitet?

Ich bin Eisenbahnfan und dieses Hobby lässt sich auch manchmal mit meinen Spielbesuchen vereinbaren, wenn ich ein Spiel besuche, welches weiter entfernt von meinem Wohnort ist.

9. Was bedeutet Fußball für dich?

Ich sage immer: Meine Kirche ist der Fußballplatz. Ich denke, damit ist alles gesagt.

Vielen Dank für das super Interview. Dir alles Gute und bleib gesund.

Wer noch mehr über ihn wissen möchte kann auch gern mehr über diesen Link erfahren
http://www.fussball.de/newsdetail/bredi-breitenberger-fan-freund-phaenomen/-/article-id/122855#!/ und https://www.11freunde.de/interview/warum-dieser-mann-nur-zum-amateurfussball-geht

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