Es war das „eine“ Spiel?!

Pino Donato, ein Trainer mit Leidenschaft

Pino, erstmal vielen Dank, für das Gespräch

1. Welchen Hintergrund hat eigentlich dein Spitzname Pino?
Der Name „Pino“ hat keinen sonderlichen Hintergrund. Er ist die Kurzform von meinem richtigen Namen „Giuseppe“.

2. Im Raum Baden- Württemberg bist du ja auch kein Unbekannter. Wie lange bist du schon Trainer und wann hast du gemerkt, dass du dafür ein Händchen hast?

Ich bin mittlerweile seit ca. 10 Jahren Trainer. Dass ich irgendwann mal einer werden möchte, war mir schon in frühen Jahren bewusst. Ich habe schon als junger Spieler in der Sportschau nicht nur die Chancen und die Tore angeschaut, sondern auch beobachtet, aus welchen taktischen Zügen, es zu den Situationen gekommen ist. Ich habe mir immer selbst die Frage gestellt, was die Mannnschaften im Ballbesitz oder die Mannschaften, die gegen den Ball spielen, besser machen können. Auch war ich schon immer ein Typ, der gerne sehr viel Verantwortung übernommen hat.

3. Was für ein Trainer, Typ bist du und wie nehmen dich vielleicht andere Trainer war, ist dir das egal?

Ich bin eher ein Klopp-Typ. Ich bin emotional voll dabei. Ich möchte immer gewinnen. Egal wo und egal wann! Für mich ist es wichtig, dass meine Spieler verstehen, dass man auf dem Platz und für den Erfolg leiden muss. Leiden steckt auch im Wort Leidenschaft!!! Und das braucht man definitiv im Fußball.

4. In deiner Trainer-Laufbahn ist ja schon einiges passiert, welches Spiel wird immer in Erinnerung bleiben?

Es gab mehrere Spiele, die in Erinnerung bleiben, aber es gibt tatsächlich ein Spiel, das ganz besonders war…:

In der Saison 2016/2017 war ich Trainer des SV Großkuchen und wir hatten ein Alles oder Nichts Spiel gegen den SV Söhnstetten. Das Spiel hatte alles was den Fußball beschreibt. Glück, Leidenschaft, Freude, Trauer, Emotionen etc…! Das war eine Achterbahn der Gefühle für beide Mannschaften, mit dem besseren Ende für uns. Wir gingen ziemlich früh in Führung, doch die Söhnstetter konnten das Spiel während der Partie auf 1:2 drehen. Wir gaben nicht auf und erzielten das 2:2 und waren wieder am Drücker. Durch viele umstrittene Szenen verlor der Schiedsrichter ein wenig den Überblick und die Spielkontrolle, sodass wir bis zur 91. Minute mit 2:3 hinten lagen und 2 Mann weniger waren. Wir konnten trotzdem in der 92. Minute zum 3:3 ausgleichen und als wir dann noch das 4:3 in der 93. Minute geschossen hatten und damit auch die Chance auf den Klassenerhalt bewahrten, explodierte der ganze Großkuchener Sportplatz in Ekstase. Die Zuschauer, die an diesem Tag da waren, konnten am selbigen Abend immer noch nicht glauben, was da geschehen war.

Für mich selbst, war es tatsächlich sehr emotional und eine Lehrstunde. Nämlich, dass man im Fußball niemals aufgeben darf, egal wie aussichtslos die Situation ist.

5. Wie hast du den verpassten Nicht-Aufstieg in der Saison 17/18 mit dem FV Burgberg verkraftet und woran hat es letztendlich gelegen? Hat am Ende doch die Qualität oder die Konstanz gefehlt?

Verkraftet habe ich den Nicht-Aufstieg gut, weil man mit der Zeit lernt mit Niederlagen umzugehen. Um Meister zu werden, musst du in der Tabelle alle Gegner hinter dir lassen. Dazu braucht man nicht nur Qualität und Teamgeist, sondern man braucht in bestimmten Situationen auch Glück. Am Ende hat es dann nicht mehr gereicht, weil wir ein sehr großes Verletzungspech hatten. In den letzten 3 Spielen konnten wir gegen starke Gegner nicht mehr so viel Widerstand leisten. Das soll aber die Leistung des damaligen Meisters AC Milan Heidenheim nicht schmälern. Sie haben es ebenfalls verdient, weil sie eine großartige Mannschaft hatten.

6. Soviel ich weiß, wolltest du nach Burgberg eine Pause einlegen, wie kam es doch dazu dich dem SV Mergelstetten anzuschließen?

Das ist nicht ganz richtig. FV Burgberg und ich haben sich am Ende der Saison 2017/2018 nicht mehr rechtzeitig geeinigt, sodass wir getrennte Wege gegangen sind. Deshalb hatte ich ein halbes Jahr Pause, was mir allerdings im Nachhinein sehr gut getan hat.

Beim SV Mergelstetten lief es in der letzten Saison alles andere als gut, so dass sie Handlungsbedarf hatten. Sie sind dann im letzten Winter auf mich zugekommen. Als wir uns am 1. Weihnachtstag zusammengefunden haben, war meine Entscheidung sofort klar. Der SV Mergelstetten ist ein großartiger Verein, der sehr viel Potential hat. Die Sportanlage, das Umfeld, das ganze Trainergespann und die Abteilungsleitung…das alles ist von großer Qualität. Wir wollen in den nächsten Jahren eine Topadresse werden. Wir arbeiten jeden Tag sehr hart und wollen in absehbarer Zukunft mit der 1. Mannschaft in der Bezirksliga und mit der 2. Mannschaft in der Kreisliga A spielen. Und wir glauben alle daran, dass wir es schaffen.

7. Die Anlage beim SV Mergelstetten, wo auch der AC Milan Heidenheim Zuhause spielt, ist echt einmalig in Heidenheim und Umgebung, wie siehst du das?

Ja, ich sehe es genauso. Das macht einfach Spaß auf den Reutenen zu trainieren und zu spielen. Das macht sehr viel aus, wenn man so eine Sportanlage hat.

8. Wo siehst du dich als Trainer in 5 Jahren?

Mit dem SV Mergelstetten in der Bezirksliga!!!

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