Amateurfussball.org

Spielberichte: Berlin & Brandenburg

Bezirksliga 4. Spieltag Staffel 3TSV Lichtenberg – BFC Preussen II 1:2

Der betriebene Aufwand steht nach dem Spiel leider in keinem Verhältnis zum Erreichten.

Die 1.Herren des TSV Lichtenberg verlor zum ersten Mal in dieser Saison ein Pflichtspiel zu Hause gegen die talentierte Truppe des BFC Preussen II mit 1:2 und haderte nach dem Spiel mit dem Fußballgott. Der Fußballgott war aber schon im Vorfeld der Begegnung kein TSV-Freund, denn die missliche Personalsituation spülte Aktive in den Spielerkader, die vor zwei Wochen noch nicht daran denken mussten, mal wieder „Erste“ zu spielen.

Im Tor „Titan-Oldie“ Jörg Greiser, der nun auch zum ersten Mal mit seinem Sohn Leo gemeinsam bei der 1.Herren auf dem Platz stand. Eine schöne Rand-Anekdote. Jürgen Doll, davor bereits bei der 2. Herren im Einsatz, und Senioren-Leihgabe Thomas Püngel bekleideten die Positionen der Außenverteidiger. Alle Genannten machten ihre Sache sehr ordentlich, aber das erwartet man natürlich auch irgendwie. Für Feinschmecker war das Spiel sicher nichts, da man gerade unserer Mannschaft anmerkte, dass viel Druck auf dem Kessel war. Leider war man nur sehr selten in der Lage, in entscheidenden und wichtigen Situationen die Ruhe zu bewahren und den Ball mal auf dem Boden zu lassen.

Das hemmte den Spielfluss ungemein. Was man allerdings auch sagen muss: es wurde jedem Ball nachgegangen und niemals aufgegeben. Der kämpferische Ansatz war also allgegenwärtig und so konnte man manch kluge Ideen der jungen „Lankwitzer Adler“ bereits im Keim ersticken. Diese wirkten sicher etwas konstruktiver, aber ernsthaft gefährlich war nur ein Distanzschuß, den „Jörgi“ aus der Ecke kratzte. Vor dem Preussen-Tor war dagegen Einiges los, doch der Einschlag fehlte.

Die Gäste gingen dann auch noch in Führung (35.), als sie einen Angriff über außen mustergültig durchspielten und der Torschütze aus Nahdistanz nur noch den Fuß zum 0:1 hinhalten musste. Noch vor der Pause hätte man die Partie jedoch drehen können. Beste Gelegenheiten wurden verpasst. Zum Haareraufen… Doch man gab sich nicht auf. Es wurde weiter gefightet und Anflüge von fußballerischen Ideen mündeten in weiteren Chancen. Der Ausgleich war dann sicher ziemlich simpel, aber wer fragt schon danach.

Eben noch wurde „Mo“ Jaballah von der Arbeit rangekarrt und eingewechselt (59.). Seine Freistoßflanke landet über Umwege beim gut reagierenden Gäste-Keeper, doch gegen den Nachschuss von Leon „Speedy“ Koch war er dann machtlos. Die Erlösung des verdienten Ausgleichs setzte natürlich entsprechende Emotionen frei. Gerade für den einsatzwilligen Leon eine mittelschwere Erlösung. Danach machten sich beide Mannschaften auf, das Spiel für sich zu entscheiden. In der letzten halben Stunde hatte die Gegner Möglichkeiten, drei Punkte auf ihr Habenkonto zu verbuchen, aber beide Keeper reagierten einige Male glänzend oder die Schützen versiebten.

In der 90.Minute arrangierte man sich gedanklich mit diesem einen Punkt, der sicher auch gerecht gewesen wäre, aber der Fußballgott hatte eigene Ideen. Ballverlust im Spielaufbau und der Gegner setzt zum finalen Akt an. Der gestartete Angriff kann nun nur noch durch einen grenzwertigen Einsatz verhindert werden. Dumm nur, dass das im Strafraum passierte und der ansonsten gute Schiedsrichter diese Szene als Foulspiel interpretiert und auf den Punkt zeigt. Es war eine mutige und für die konsternierten TSVer sehr harte Entscheidung. Diesen „Elfer“ gibt sicher nicht jeder Schiri. TW Greiser war bei der Ausführung sogar noch dran, kann aber den Einschlag zum spielentscheidenden 1:2 nicht verhindern. Das kann doch nicht wahr sein. Abpfiff!

Neben dem mehr als ärgerlichen Ergebnis kommt einem aber sofort in den Sinn, dass unsere (diesmal) „Grünen“ leben und sich ordentlich präsentierten. Ja, es wirkt noch immer Vieles nach Stückwerk, aber wer will der Mannschaft den Vorwurf machen, wenn man nun schon seit Monaten dermaßen personell rotiert und immer wieder Nackenschläge zu verarbeiten hat. Eingespieltheit kann so nur ganz schwer entstehen und fehlende Erfolge lähmen sicher auch die Stimmung. Wichtig wird nun sein, die positiven Dinge (und davon gab es Einige) in die nächsten Aufgaben zu transportieren. Gelingt das, brauch Niemand Angst haben, dass das primäre Saisonziel Klassenerhalt nicht erreicht werden kann. So wie beim TSV immer, wird die Ruhe bewahrt, ohne die Ernsthaftigkeit im Tagesgeschäft vermissen zu lassen. Klar ist allerdings auch, dass irgendwann die Belohnung kommen MUSS, um Ruhe einkehren zu lassen. Das liegt aber auf jeden im Bereich des Möglichen!

Weitere Infos zum Spiel
Spielbericht: TSV Lichtenberg

Kommentar verfassen