Diefussballamateure

Spielberichte: Berlin & Brandenburg

Vorbilder, Patrick Kroll und Christian Gawe

1. Du bist ja nun seit circa 6 Jahren Trainer, wie denkst du hast du dich weiterentwickelt, von deiner Ersten Station bis heute?

Ich glaube man entwickelt sich von Training zu Training, von Spiel zu Spiel und von Saison zu Saison als Trainer weiter. Man probiert sich auch fortzubilden (B-Lizenz) um andere Eindrücke zu bekommen. Mir persönlich war auch wichtig von den Trainern, die ich hatte das beste mitzunehmen, aber auch gleichzeitig meinen eigenen Stil zu entwickeln und zu vermitteln.

2. Kannst du dir als Trainer vorstellen, mal ein Team in der Oberliga oder gar weiter höher zu trainieren?

Vorstellen kann ich mir das schon, aber eins ist auch klar, der Aufwand dort ist riesig. Man muss da auch abwägen, ich bin stolzer Papa geworden, habe einen verantwortungsvollen Job (Berliner Feuerwehr) und habe eine liebe Freundin, die mich auch voll unterstützt in dem was ich mache. Mein Terminkalender platzt jetzt schon aus allen Nähten und wenn ich jetzt noch 2-3 mehr auf dem Fußballplatz stehe, müsste ich Zeit mit Freunden, Familie und Bekannten streichen um dies zu machen. Ich bin zurzeit absolut zufrieden wie es läuft und denke an keine anderen Sachen.

3. Dein aktuelles Team der SV Schmöckwitz-Eichwalde spielt seine Erste Saison in der Landesliga und rangiert zurzeit auf Platz 11. Wie zufrieden bist du mit dem Verlauf, denn 14 Punkte aus 15 Spielen sind ja eher bescheiden?

Zufrieden bin ich natürlich nicht. Aber man muss auch die Kirche im Dorf lassen, wir sind Aufsteiger in die Landesliga und da sollte man keine Wunderdinge von uns erwarten. Wir hatten tolle Ausreißer nach oben gegen Teutonia 6:3, Novi 4:3 oder Weissensee 7:0, aber uns hat die Konstanz gefehlt und hatten auch ein wenig Verletzungspech. Deshalb gab es auch Niederlagen die vermeidbar gewesen wären.

4. Gibst du auch dir die Schuld an dem Saisonverlauf?

Wir haben viele Verbesserungsmöglichkeiten an denen wir in der Winterpause geschraubt haben und wir hoffen, dass diese die richtigen waren. Schuldzuweisungen gibt es bei uns nicht nur Verbesserungsvorschläge.

5. Schaffst dein Team die Liga zu halten und wenn ja wie?

Wir arbeiten im Training hart daran dies zu schaffen. Mit einer gewissen physis und einer richtigen Spielidee könnten wir die Klasse halten. Prognosen abzugeben ist nicht immer die cleverste Variante. Verletzungen aber auch Spielglück oder Pech muss man auch immer berechnen. Wir versuchen drei Mannschaften hinter uns zu lassen.

6. Du warst ja nicht immer Trainer, sondern hast unter anderen bei Sparta Lichtenberg , NNW 98 (beide Landesliga) und dem Wartenberger SV als Spieler gespielt, warum spielst du heute nicht selbst mehr aktiv?

Mit 26 Jahren habe ich mir die Patellasehne gerissen. Seitdem wird bei Belastungen das Knie dick. Ich habe mich damals entschlossen den anderen Weg, den des Trainers zu gehen. Klar vermisse ich es selbst aktiv Fußball zu spielen. Aber der Trainerjob macht mir Spaß und bei einem Abschlussspiel im Training, wenn es passt spiele ich dann auch mal mit.

7. Gab es denn damals nicht den Willen, auch den Sprung in die Berlin- Liga zu gehen oder gestehst du dir ein, dass in der Landesliga Stop war?

Berlin-Liga war schon ein Thema. Wir hatten damals eine tolle Truppe bei NNW98 und da haben wir uns auch mal ein zwei Saisons versucht oben anzugreifen. Es sollte dann nicht sein. Ich war jetzt auch nicht der Spieler der sich überall angeboten hat um jetzt unbedingt in der Berlin-Liga zu spielen. Wenn ich mich wohl gefühlt habe bin ich bei den Vereinen geblieben und habe da alles versucht sie sportlich und auch mich menschlich einzubringen.

8. Wie hat sich das Niveau der Landesliga von damals zu heute geändert?

Ich muss schon sagen, dass das Niveau abgenommen hat. Aber es ist auch eine andere Zeit als vor zehn Jahren! Es gibt jetzt so viele andere Ablenkungen, andere Freizeitbeschäftigungen, das manche halt Landesliga spielen wollen mit dem geringsten Aufwand. Wenn ich überlege, das wir früher, uns sechs mal die Woche in der Vorbereitung gequält haben. Den Bunkerberg im Humboldthain hoch und runter gerannt sind und wenn ich das jetzt machen würde, würden mir einige Jungs nen Vogel zeigen.

9. Welchen Tipp kannst du Leuten geben, die mal auch Trainerkarriere starten möchten?

Eins ist klar wenn man einen Trainerjob macht ist das wie eine zweite Freundin. Man muss viel Zeit für sie aufwenden. Jeder sollte sich fragen, ob er dies möchte und sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Eine Vorbildfunktion ist da auch gefragt, man ist ja auch das Gesicht der Mannschaft und dort muss man seine eigenen Interessen hinten anstellen.

10. Mit welchen Spielern hättest du damals gern in einer Start-11 gestanden?


Ich habe mit vielen guten Jungs gespielt. Mit den ich durch dick und dünn durch die Saisons gegangen bin. Aber ich muss schon sagen, das ich ein persönlicher von Fan von Christian Gawe oder von Patrick Kroll bin.

Ein Tolles Interview, vielen Dank an Eddy
Alles Gute für die Rückrunde

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